Grammatik VOL.1: Flächen, Ströme, Feldverdichtungen – Sabine Gross

Ausstellung, Projektraum Berlin und Frankfurt, 1997

Computerprogramm von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber

Das Programm generiert zufallsgesteuert Muster, indem es mehrere Ebenen übereinander malt und dabei teilweise auch schon bestehende Strukturen wieder übermalt.
Es können über 1,56 x 10E12 Kombinationen berechnet werden.
Das Programm wurde in q-Basic unter DOS geschrieben und lief in der Ausstellung auf einem 386/20-Computer.

Informationen zur Ausstellung von Sabine Groß:
Das Karomuster kann auch als ein mehrdimensionaler (Modell)-Raum gesehen werden, der aus verschiedenfarbigen und unterschiedlich transparenten Flächen und Streifenstrukturen besteht. Diese Strukturen können einfach oder auch komplex sein. Farbsättigung, -transparenz und -symbolik geben Auskunft über die entsprechende Seinqualität der Person, die durch ein entsprechendes Muster repräsentiert wird.
Das Karomuster besteht aus 3 Ebenen, wobei die einzelnen Ebenen wiederum aus mehreren Schichten bestehen können.
1. Hintergrundebene (Unterste Ebene) / 1. Schicht
immer einfarbige Fläche, im Ideal- und angestrebten Fall weiß die Grundebene gibt den momentanen Seinszustand des Trägers an
2. Mittelschicht / 1- 4 Schichten
besteht aus flächigen Linien bzw. Strömen: B, XB, XXB, XXXB Flächige Linien neigen eher zur Transparenz als jede andere Struktur. Sie stellt eine Verbindungsebene zwischen Unter- und Oberschicht dar. Unterstützende und verstärkende Funktion. Transmitterfunktion! Flächenförmige Ströme stehen nicht für sich, so wie z.B. exponierte Oberströme, die meist in der Kategorie XXXF zu finden sind oder wie die Hintergrundfläche, die immer für sich steht und lediglich konzeptionell an die anderen Ebenen gekoppelt ist.
3. Deckschicht / 1 – 4 Schichten
Die Oberschicht besteht ausschließlich aus linienförmigen Strömen mit unterschiedlicher Breite: F, XF, XXF, XXXF.Transformatorische Prozesse werden von dieser Ebene aus eingeleitet. Informationen werden zur Mittelschicht, der sog. Transmitterschicht übermittelt, deren Transparenz die impulsgebenden und Veränderung herbeiführenden Signale der linienförmigen Ströme (Linien = Impulsstrom) an die Grundfläche weitergibt, bzw. diese als Farbsignal auf die Hintergrundebene projeziert.
Ein kompletter Transformationszyklus besteht aus einer Durchwanderung aller Farbzustände von dunkel nach hell, von statisch über dynamisch zu transzendent, sprich von passiven, kalten Farben (sw / blau) über aktive, pulsierende, dynamische Farben (rot / orange / gelb) hin zu wertfreiem Grund = weiß / Farblosigkeit 100% (gegebenenfalls auch als 100%-Transparenz zu bezeichnen).
Die Art und Weise, ebenso die Geschwindigkeit mit der ein solcher Transformationszyklus durchwandert wird, hängt von der Ge- samtstruktur ab, d.h. wie komplex ist sie, welche Strömungsstörungen gibt es, an welchen Stellen fehlt notwendige Transparenz, ist das Gleichgewicht zwischen pulsierend, statisch und strömend gewahrt … etc.
Sabine Groß

 

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