ego-location – Sabine Gross

Ausstellung, Galerie & Pojekte Mathias Kampl, Berlin, 1999

Programme und Computerinstallation von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber

‚Mich kennt Marius Babias, mich kennt Isabelle Graw, mich kennt Benjamin Buchloh, mich kennt Udo Kittelmann, mich kennt Bernhart Schwenk, mich kennt Christian Nagel, mich kennt Fareed Armaly.‘
Diese und über 300 weitere Aussagen über Kontakte zu Kuratoren, Galeristen, Theoretikern, Künstlern bewegen sich über einen Bildschirm und verlangen nach Antworten. Auf einem zweiten Computer wird die aus den Daten ermittelte Situierung des Benutzers im Kunstbetrieb visualisiert; ein CAD-Programm errechnet den jeweiligen ‚Ego-Körper‘, und so spielt diese Kontextkunst auch mit der Eitelkeit ausgewiesener und selbsternannter Mitglieder des Kunst-Clans.

Sabine Groß, die selbst spätestens seit der Teilnahme an der Ausstellung ‚Deep ~ Storage‘ etliche der ‚Mich kennt…‘-Feststellungen bejahen könnte, nimmt mit der Installation ‚Ego.Location‘ einmal mehr unsere alle Bereiche des Lebens durchziehende Sucht nach Tests zur Ich-Positionierung und Selbstbestätigung aufs Korn, unsere Gier nach Meinungsumfragen und Hitlisten, unsere Obsession für Statistiken. Ihre Methode der ironischen Dekonstruktion impliziert den Rückgriff auf Instrumentarien, die aus (Pseudo)Wissenschaft und Demoskopie geläufig sind, um damit Modelle zu kreieren, die sich seriös gerieren, doch bei längerem Hinschauen, nicht zuletzt durch das ihnen inhärente Moment des Zufälligen, Skepsis aufkommen lassen.

(Pressetext)

Blick in die Zukunft – Stefan Schmidt-K

Entwurf für eine LED-Video-Installation für einen Kunst am Bau-Wettbewerb, Europäisches Patentamt, München, 1999

In den Stockwerken des Gebäudes sollten Infrarot-Videokameras installiert werden, welche ihr Bild auf einen absichtlich grob auflösenden LED-Monitor im Stockwerk darunter übertragen. Der Passagier des im Gebäude vorhandenen Paternosters kann einen Blick in die Zukunft werfen. Er sieht, was ihn im nächsten Stockwerk erwartet. Der Blick in die Zukunft ist allerdings unscharf, er erkennt nur die Wärmeabbilder eventuell vorhandener Personen in einer sehr groben Punktmatrix.

Modell, Material:
Plexiglas, Gebäude: transparent, Kunstobjekte: als rote und gelbe Einbauten dargestellt

Farbtripel – Stefan Schmidt-K

Kunst am Bau, Funktionsmodell für Installation, Europäisches Patentamt München, Wettbewerb 1999

Gesamtkonzeption von leuchten-modelle Pancho schlehhuber

Für den Wettbewerb wurde ein computergesteuertes Modell einer Lichtinstallation angefertigt, die in der Kantine des Europäischen Patentamtes installiert werden sollte.

Auf einer Milchglaswand bewegen sich zufällig rote, grüne und blaue Lichtpunkte, die Kreativität, Zähigkeit und Know-How symbolisieren. Treffen alle Lichtpunkte in einem Punkt zusammen, so entsteht ein weißer Lichtpunkt, d.h. wenn alle Eigenschaften zusammen treffen, so entsteht eine Idee oder eine neue Erfindung, eben ein ‚Geistesblitz‘.

Ausführung:
Die Steuerung der Lichtpunkte erfolgt mit einem 486-PC. Ein Basic-Programm mit Zufallsgenerierung der Bewegungsparameter übernimmt die Ansteuerung der 6 Achsen über die parallele bzw. serielle Schnittstelle. Der Antrieb erfolgt über Steppermotoren und 3 Dimmer, wobei die Leistungsstufen der Steppermotoren mit einem Gebläse gekühlt werden.

Die Steppermotoren bewegen die Scheinwerfer auf Führungsschienen in X- und Y-Richtung, wobei die drei Schlitten hintereinander in drei Ebenen angeordnet sind. Endtaster auf jeder Schiene erlauben ein Kalibrieren der Scheinwerfer-Stellungen.
Während sich ein Scheinwerfer bewegt, ist dieser gedimmt. Erst in der zufälligen Halteposition leuchtet er zu 100%. Der Computer errechnet für die Bewegungen jedes Scheinwerfers die neue Endpostion und den direkten Weg von der bestehenden Position und führt diese Bewegungen mit allen Scheinwerfern gleichzeitig durch. Zufallsgesteuert werden einzelne Scheinwerfer auch für mehrere Zyklen angehalten.

Künstlerbiografien – Sabine Gross

Ausstellung, Projektraum, Berlin, 1999

Programme und Computerinstallation von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber

Ein q-Basic Programm erstellt zufallsgesteuert Künstlerbiografien.
Von der Geburt bis zum eventuellen Tod werden fiktive Künstler und ihr Werdegang in einem Lebenslauf dargestellt.
Der Lebenslauf werden zunächst auf Endlospapier von einem Tintenstrahldrucker ausgedruckt und anschließend in einem 3D-Körper visualisiert, der die einzelnen Lebensphasen zeitlich, räumlich und nach ihrer Relevanz wertet.
Die Grafik wird mit pov-ray gerendert und am Bildschirm gezeigt.

Camera Obskura – Cornelia Büschbell

Kunst am Bau, Stadt München, Wettbewerb 1999, nicht realisiert

Konstruktion und technischer Entwurf von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber
In einer Grundschule sollte auf dem Dachboden eine Camera Obskura installiert werden, um ein lebendiges Bild der Umgebung in das Innere des Gebäudes zu projizierten.

Ausführung
Die nebenstehenden Zeichnungen verdeutlichen das Konstruktionsprinzip.
Ein sich um eine senkrechte Achse drehender Spiegel projiziert das Abbild der Umgebung senkrecht nach unten in das Gebäude durch eine Linse in den Beobachtungsraum im obersten Treppenabsatz des Schulgebäudes.
Der Projektionstisch ist von einem lichtdichten Vorhang umgeben. Erst nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, sieht man das Bild.

Ruhe – Brunner-Ritz

Installation für die Ausstellung transferit, München, 1998

Technischer Entwurf von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber
Fertigung durch leuchten-modelle Pancho Schlehhuber mit den Künstlern Brunner / Ritz

Brunner-Ritz fordern RUHE

Fünfzigmal mit Hilfe von blinkenden Leuchtkästen, wie man sie aus dem Bereich von Tonstudios und Sendesälen zu kennen glaubt.
Über den Platz an der Sattlerstraße zwischen Färbergraben und Kaufinger Tor verteilt und in Fenstern und Schaufenstern angrenzender Gebäude werden sie zum flächendeckenden Kommando, welches einen Passanten nach eher zufälliger Entdeckung eines ersten Exemplars mit Macht umgibt.

Ein Leuchtkasten ist mit je 20 extrem hellen, roten Leuchtdioden bestückt, die von einer Blinkelektronik angesteuert und von einer Trockenbatterie gespeist werden. Ziel war zum einen eine große Leuchtkraft, damit der Schriftzug auch am Tag gut zu erkennen ist, bei zugleich netzunabhängigem, durchgehendem Betrieb der Leuchtkästen über 12 Tage. Die Beleuchtung mußte damit auf äußerste Energieeffizienz ausgelegt werden.

Vier Elemente – Albert Hien

Kunst am Bau, Zentrales Institut für Sanitätsforschung (ZIS), Garching-Hochbrück bei München, 1998

Technischer Entwurf, Planung, Fertigung und Programmierung von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber

Glas- und Neonspiralen mit Neonlaufeffekt im Rohr von Neonwelt
Wenn sich die Feuer- und Wasserspirale füllen (rotes Laufneon, blaues Wasser), werden die beiden Gondeln davon „angezogen“ und fahren von ihren Grundstellungen in Richtung der Spiralen. Haben sie die Spiralen erreicht, öffnen sie sich und zeigen ihr Inneres. Die Wassergondel löscht das Feuer der Spirale, die Feuergondel „verdampft“ das Wasser. Die Gondeln haben ihr Werk getan, sie schließen sich und fahren in ihre Grundposition zurück.

Feuergondel
Der Feuereffekt entsteht durch 4 dimmbare Leuchtstoffröhren, die von 540 Flackerkerzen umgeben sind. Die Gondel ist mit geschliffenem Bronzeblech aus einzelnen Lamellen verkleidet. 42 Lamellen lassen sich durch das Programm öffnen.

Die Wasserspirale
füllt sich durch die Schwerkraft mit Wasser. Zum Entleeren wird das Wasser mit Druckluft, aus der Spirale gedrückt. Der Ausblasvorgang wird durch 4 Lichtschranken kontrolliert. Die gesamte Ansteuerung erfolgt über zwei Pneumatikventile.

Wassergondel
8 dimmbare blaue Leuchtstoffröhren sind von einem Plexiglasaquarium umgeben, das mit 40l blau gefärbten Wasser gefüllt ist. 8 Aquariumpumpen erzeugen über speziell angefertigte „Blubberpilze“ große Luftblasen, die im Wasser aufsteigen. Die Verkleidung besteht aus geschliffenem Neusilberblech und ist wie bei der Feuergondel ausgeführt.

Die Neonspirale
besteht aus 10 Laufneonröhren, die miteinander elektronisch gekoppelt sind. Es entsteht der Effekt, daß sich die Spirale von unten her mit Licht füllt.

Die Steuerung des gesamten Objekts erfolgt über eine SPS (Speicher-Programmierbare-Steuerung).

Die Gondeln werden von einem Motor bewegt, der im Bodenbereich eingebaut ist.

 

 

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Neues Institut für Barockforschung – Heinz Prantner

Ausstellung, Ladengalerie Lothringerstraße, München, 1997
Technischer Entwurf und Fertigung von Leuchten-Modelle Pancho Schlehhuber
Ein elektrisch angetriebener Stuhl wird über eine Fernsteueranlage gelenkt. Der „Zeremonienmeister“ bestimmt mit der Fernsteuerung den Weg des Stuhls.
Die auf dem Stuhl sitzende Person hat keinerlei Möglichkeiten, den Kurs zu bestimmen, sondern kann den Stuhl lediglich mit einem „Panik“-Knopf anhalten.
Ausführung:
Der Stuhl wird über eine Fernsteuerung für Modell-flugzeuge gesteuert, wobei die Aktoren angepasst werden mußten. Die Stromversorgung erfolgt durch eine Kfz-Batterie mit Ladegerät. Angetrieben und gelenkt wird der Stuhl über das vordere Mittelrad. Es läßt sich um 270 Grad drehen und wird von 2 Motoren über ein Keilriemen- und ein Planetengetriebe angetrieben. Alle Räder sind mit Gasdruckfedern gefedert.

Mindmachine – Satoko Maeda

Ausstellung, Galerie FOE 156, München, 1997

technischer Entwurf und Planung von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber. Fertigung durch leuchten-modelle Pancho Schlehhuber mit der Künstlerin

Über EEG-Sensoren in einem Stirnband werden die Gehirnströme einer Person aufgenommen.
Diese werden in einer Elektronik verarbeitet und damit ein Elektromotor gesteuert, welcher wiederum einen Wellengenerator antreibt. Dieser visualisiert somit in einem 10m langem Aquarium die Gehirnwellen.

Die Gehirnaktivität wird proportional in eine Wellenaktivität übersetzt.

Fahrt ans Meer – Satoko Maeda

Ausstellung, Galerie FOE 156, München, 1997

Technischer Entwurf und Planung von leuchten-modelle Pancho Schlehhuber, Fertigung durch leuchten-modelle Pancho Schlehhuber mit der Künstlerin

Mit einem Fahrrad wird über ein Kettengetriebe ein Aquarium in eine oszillierende Bewegung versetzt.
Das Aquarium ist mit blau gefärbtem Wasser gefüllt, das durch die Bewegung Wellen bildet. Da das Wasser mit Paraffinöl vermischt ist, welches eine Dämpfung der Wellen-Bewegung bewirkt, entstehen ‚Zeitlupen-Wellen‘.
Die Wellen können durch Radfahren oder davon unabhängig über einen elektrischen Antrieb erzeugt werden.